thomas wechs, geboren 1893 in bad oberdorf bei hindelang, entstammte einer eingesessenen handwerkerfamilie von bau- und zimmerermeistern. nach der zimmermannslehre bei seinem vater besuchte er die bauschule in augsburg und begann 1913 an der technischen hochschule in münchen ein architekturstudium. berühmt wurde wechs als freier architekt durch den gewinn des wettbewerbs für ein kriegerdenkmal vor dem armeemuseum (heute staatskanzlei) in münchen. in den folgenden, wirtschaftlich schwierigen jahren nahm wechs erfolgreich an zahlreichen wettbewerben teil, befaßte sich mit der augsburger stadt- und verkehrsentwicklung und entwickelte städtebauliche konzepte, die 1957 in dem entwurf für die stadt „ypsilon“ zusammengefaßt wurden. in den 30er jahren lebte wechs vornehmlich von kirchenbauten.

einen markstein im gesamtwerk bilden die augsburger wohnanlagen schuberthof (1927/28) und lessinghof (1930/31) mit flachdach, eckfenstern, rundbalkon und übersichtlicher raumaufteilung, „eine der wenigen kompromisslos modernen anlagen der zwanziger jahre im konservativen süddeutschland“ (zitat w. nerdinger).

er wurde mit seinen kirchen, von denen die maria-hilf-kirche in stadtbergen und don bosco in augsburg herausragen, zum bedeutendsten kirchenbaumeister der diözese augsburg.

bei wechs verbinden sich eine hohe gestalterische eigenständigkeit, das verwurzeltsein in der tradition und eine wache zeitgenossenschaft zu einem gesamtwerk, das als das bedeutendste des 20. jahrhunderts in schwaben bezeichnet werden kann.

thomas wechs arbeitete stets in einem kleinen büro mit selten mehr als 2–3 mitarbeitern. trotzdem schuf er neben richtungsweisenden wohnbauten und anderen themenschwerpunkten ca. 30 kirchenneubauten, -instandsetzungen, -erweiterungen und nahm an ca. 60 wettbewerben teil.


„sachlich, zweckmäßig und brauchbar soll architektur sein, den gesetzen der schönheit nach alten proportionsregeln folgen und an die tradition gebunden sein, soweit sie dem fortschritt nicht im wege ist.“

thomas wechs, 1893–1970